Yahoo! in der Krise
Kategorie: Gerüchte Küche, Marktüberblick, Suchmaschinen, Yahoo!22. Januar 2008

Yahoo! ehemaliges Vorzeigeunternehmen im Internet der ersten Stunde kränkelt schon seit langem. Nicht nur Managementfehler sind die Ursachen sondern auch fehlende Weitsicht und kaum zu Ende gedachte Projekte.
Seit gestern nun spekuliert die ganze Branche über Massenentlassungen beim einzigsten Internetpionier. Der IT-Blog “Silicon Alley Insider” meldet, dass Yahoo! Ende Januar ein Fünftel seiner Angestellten entlassen will. Manager sollen derzeit die zu streichenden Jobs in Listen sammeln. Vorallem Yahoo! Europa soll betroffen sein, da hier die gewünschten Ziele nicht erreicht worden.
Auch der im Juni 2007 reaktivierte Firmengründer Jerry Yang konnte daran vorerst nicht viel ändern. Schon seit geraumer Zeit versucht sich Yahoo! nach eigenen Aussagen an einer neuen Strategie, öffentlich ist diese jedoch kaum erkennbar.
Yahoo! quillt zum fettleibigen Web-Portal auf. Schon mehrfach wurde eine Wiedergeburt zu den Anfängen hin zu einem schlanken Portal versucht …. leider erfolglos. Stattdessen erschuf man vor allem gegen Ende der Neunziger ein Portal, welches so ziemlich alle Nutzerbedürfnisse befriedigen sollte und kaufte eine Firma nach der anderen … wieder ziellos.
Yahoo! kaufte viel, machte viel aber traurigerweise nichts davon wirklich richtig. Bestes Beispiel Overture: Yahoo! kaufte 2003 das Unternehmen, welches lange Zeit vor Google Methoden entwickelt hatte, kontextrelevate Anzeigen in Suchergebnissen zu platzieren. Google machte aus dem Verfahren eine Gelddruckmaschine und Yahoo! verschlief wichtige Weiterentwicklungen. Daran konnte auch das verspätete Panama 2007 nichts mehr ändern. Zusätzlich verliert Yahoo! für seine Plattform fast im Monatsrhytmus wichtige Partner. So dezimierte in Deutschland vor allem der Weggang der United Internet Gruppe mit den Portalen von 1&1, Web.de und GMX die eigene Reichweite. Google freuts. Heute verdient Yahoo! mit kontextbezogener Werbung in einem Jahr weniger als Google in zwei Monaten. Ein Armutszeugnis.
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